Liebe Nachbarinnen und Nachbarn

Unsere Wohnstraßen sind zugeparkt, der Lärmpegel steigt und der Verkehr nimmt immer weiter zu. Die Erweiterungen der Halbleiterwerke sind wichtig für die Wirtschaft, aber die Last tragen aktuell allein wir – die Familien und Anwohner im Dresdner Norden.

Statt immer nur zu klagen, haben wir einen konstruktiven Vorschlag für einen fairen Ausgleich entwickelt.

 

Wir fordern eine öffentliche Schwimmhalle für unseren Stadtteil, finanziert und abgesichert durch ein Konsortium aus ESMC, Bosch und GlobalFoundries unter der Führung von Infineon. Wer unsere öffentliche Infrastruktur derart stark beansprucht, muss auch Verantwortung für die Lebensqualität vor Ort übernehmen. Warum unser Vorschlag am Ende eine echte Win-Win-Situation für alle – auch für die Unternehmen – darstellt, lesen Sie im beiliegenden Offenen Brief.

 

Damit aus der Idee Realität wird, brauchen wir jetzt Ihre Stimme. Denn zusätzlich erhöhen wir den Druck durch einen Einwohnerantrag. Damit unsere Stimme im Rathaus und in den Chefetagen Wirkung zeigt, zählt hierfür jede Unterschrift. Beweisen wir, dass wir viele sind!

 

Verwandeln wir den Ärger über Lärm und Verkehr gemeinsam in einen Erfolg für unseren Stadtteil. Es geht um echte Lebensqualität für alle: für unsere Familien, die ältere Generation und auch für die Belegschaften der Chip-Industrie. 

 

Herzliche Grüße aus der Nachbarschaft,

Ihre Bürgerinitiative „Schwimmhalle für den Dresdner Norden“


OFFENER BRIEF

An die Werksleitung der Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG

An den Vorstand der Infineon Technologies AG

 

Diskrepanz zwischen Corporate Governance und lokaler Realität

Vorschlag zur strategischen Standortentwicklung im Verbund

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Werksleitung, sehr geehrter Vorstand,

wir, die Anwohner von Klotzsche, Hellerau und Wilschdorf, wenden uns direkt an Sie, da die Grenze der Belastbarkeit überschritten ist. Ihre Erweiterung ist zwar ein Gewinn für Ihr Unternehmen und die technologische Resilienz in Europa, für Ihre direkten Nachbarn jedoch eine tägliche Zumutung. Zwar erkennen wir Ihre logistischen Bemühungen an, doch müssen wir feststellen: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Die Realität vor unserer Haustür steht in scharfem Kontrast zu den hohen ethischen Maßstäben Ihres eigenen Verhaltenskodex, denn trotz theoretisch vorhandener Konzepte herrscht faktisch Anarchie. Wenn leere Shuttle-Busse seit Jahren an Wohnstraßen oder der Kleinen Heide vorbeifahren, die von Ihren Subunternehmern rücksichtslos zugeparkt sind, ist das kein Ressourcenmangel, sondern ein eklatantes Führungsversagen. Wer systematische Rechtsverstöße in seiner Lieferkette (hier Subunternehmer auf der Baustelle) duldet, verletzt seine Sorgfaltspflicht und betreibt mit ungenutzten Bussen bloßes Greenwashing, statt echte Verantwortung zu übernehmen. Ein „Good Corporate Citizen“ wälzt seine operativen Lasten nicht auf die Sicherheit von Schulwegen und die Lebensqualität der Anwohner ab.

 

Sollten Sie darauf spekulieren, dass sich der Protest mit dem baldigen Bauende von selbst erledigt, unterliegen Sie einem strategischen Irrtum. Der Vertrauensverlust in der Nachbarschaft wiegt schwer und gefährdet Ihre gesellschaftliche „License to Operate“ dauerhaft. Zudem verschärft sich die Lage durch die Ansiedlung von ESMC nahtlos weiter; wer jetzt nicht in die Infrastruktur investiert, steuert sehenden Auges auf den Kollaps des Standortfriedens zu. Wir fordern Sie daher auf, den Konflikt in eine Win-Win-Situation zu transformieren und statt weiterer Flickschusterei eine Investition zu tätigen, die bleibt:

 

Wir erwarten die zeitnahe Errichtung einer öffentlichen Schwimmhalle im Dresdner Norden inklusive der Betriebskostendeckung für 20 Jahre – idealerweise als Konsortial-Lösung im Verbund mit ESMC, Bosch und GlobalFoundries.

 

Wir regen nachdrücklich an, dieses Vorhaben als gemeinschaftliches Leuchtturmprojekt aller großen Halbleiter-Akteure zu gestalten. Da alle genannten Unternehmen massiv von der lokalen Infrastruktur profitieren und im selben Markt um Fachkräfte konkurrieren, ist eine Allianz der einzig logische Schritt. Durch eine solche Kooperation verteilen sich die Kosten auf mehrere starke Schultern, sodass die finanzielle Belastung für das einzelne Unternehmen marginal wird, während der Reputationsgewinn für das gesamte „Silicon Saxony“ maximiert wird. Eine solche Halle wäre im globalen „War for Talents“ ein entscheidender Standortvorteil und zugleich eine effektive Maßnahme im betrieblichen Gesundheitsmanagement für Ihre eigenen Belegschaften.

 

Wir haben den Baulärm, das Parkchaos, die LKW-Schlangen und dem steten Verkehrskollaps lange ertragen. Jetzt ist der Zeitpunkt für eine sichtbare Dividende für unseren Stadtteil. Wir erwarten, dass Infineon wenigstens hierbei die Führungsstärke beweist, die Rolle des bloßen Verursachers abstreift und als Architekt einer weitsichtigen Branchen-Allianz der Stadt Dresden zeitnah ein verhandlungsfähiges Angebot unterbreitet. Nehmen Sie diese Einladung zum Dialog an, bevor aus Nachbarn Gegner werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Die Bürgerinnen und Bürger von Dresden-Klotzsche, Hellerau und Wilschdorf

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Offener Brief
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