Worum geht es bei der Initiative „Schwimmen dank Chips“?

Wir fordern eine neue Schwimmhalle für den Dresdner Norden (Klotzsche, Weixdorf, Wilschdorf, Hellerau), bezahlt von den großen Chip-Fabriken vor unserer Haustür. Der Dresdner Norden wächst durch die Industrie stark, aber die soziale Infrastruktur (wie Schwimmbäder) hält nicht Schritt. Die Initiative fordert einen fairen Ausgleich für die Anwohner.

Warum sollen ausgerechnet die Chip-Konzerne bezahlen?

Wir Bürger und unsere lokalen Unternehmen finanzieren einen gewaltigen Ausbau der Infrastruktur, der fast ausschließlich der Chipindustrie zugutekommt. Während also lokale Betriebe die Rechnung für ein politisches Entgegenkommen zahlen, von dem sie selbst nur träumen können, nutzen die Großkonzerne ihre legalen Möglichkeiten zur aggressiven Steueroptimierung. Wenn die Stadt derart in Vorleistung geht, ohne ausreichend Rückflüsse zu erhalten, gebietet es die Fairness, dass die Profiteure diesen Vorteil durch direkte Investitionen in die lokale Lebensqualität ausgleichen.

Seid ihr gegen die Chip-Unternehmen?

Ganz im Gegenteil. Wir sind stolz darauf, dass wir, als Dresdner und Sachsen einen so entscheidenden Beitrag zur Souveränität Europas leisten können. Diese volkswirtschaftliche Gelegenheit und den Zuzug neuer Wahlsachsen begrüßen wir ausdrücklich. Gleichzeitig verstehen wir erfolgreiches Wirtschaften und lokale Lebensqualität als zwei Seiten derselben Medaille. Da die Konzerne massiv von öffentlichen Subventionen profitieren und hohe Gewinne erwirtschaften, sehen wir sie in der Lage und in der Pflicht, einen fairen Beitrag für ihr direktes Wirkungsumfeld zu leisten. Wer weltweit erfolgreich ist, muss vor der eigenen Haustür Verantwortung übernehmen – das stärkt die Akzeptanz und den Standortfrieden für alle.

Welches Eigeninteresse hat die Chipindustrie an der Umsetzung?

Es klingt paradox, aber wir helfen den Konzernen faktisch, noch mehr Steuern zu sparen. Da wir nicht auf freiwillige Steuergerechtigkeit hoffen, nutzen wir ihre eigene Logik, denn lokales Sponsoring ist als Betriebsausgabe steuerlich voll absetzbar. Doch statt in anonymen Kanälen zu versickern, wird das Geld hier zum doppelten Gewinntreiber. Es senkt als unmittelbares Upgrade der weichen Standortfaktoren massiv die Kosten für Headhunting und „Schmerzensgeld“-Gehälter und steigert zugleich das für Investoren kritische ESG-Rating.

Warum baut die Stadt Dresden die Halle nicht einfach selbst?

Die Kassen der Stadt sind leer – unter anderem, weil viel Geld in die Infrastruktur für den Ausbau der Chip-Industrie fließt. Dadurch fehlt es an Budget für „freiwillige Aufgaben“ wie Sportstätten und Schwimmbäder. Der Vorschlag der Initiative entlastet den städtischen Haushalt unmittelbar, indem er die Profiteure des Ausbaus gezielt in die Pflicht nimmt.

Was habe ich davon, wenn ich nicht im Norden wohne?

Auch wenn die Schwimmhalle im Norden gebaut wird, profitieren Sie in Gorbitz, Prohlis, Striesen oder Plauen ganz direkt davon – und zwar auf drei Ebenen:
  • Mehr Geld für Ihren Stadtteil:
    Der städtische Haushalt ist ein einziger großer Topf. Jeder Euro, den die Stadt nicht für den Bau einer Schwimmhalle im Norden ausgeben muss – weil die Konzerne die Finanzierung übernehmen –, bleibt im Topf. Dieses freigewordene Budget kann dann für die Sanierung Ihres Sportplatzes, Ihrer Straße oder der Schule in Ihrem Viertel genutzt werden. Wenn wir hier scheitern, muss die Stadt die Kosten tragen, und das Geld fehlt am Ende bei Ihnen
  • Mehr Platz in Ihrer Schwimmhalle:
    Die Dresdner Schwimmhallen sind oft überfüllt. Durch den Zuzug von tausenden neuen Arbeitskräften im Norden wird der Druck auf die bestehenden Bäder im restlichen Stadtgebiet massiv steigen. Eine neue Halle im Norden fängt diesen Besucherstrom ab. Das bedeutet für Sie konkret: Weniger Gedränge und entspannteres Schwimmen in Ihrer gewohnten Halle, weil die Besucher aus dem Norden nicht mehr ausweichen müssen.
  • Eine Blaupause für Ihre Interessen:
    Dies ist mehr als eine Abstimmung über Beton und Wasser – es ist ein Testlauf für unsere demokratische Macht. Wenn wir beweisen, dass Bürgerinitiativen Großkonzerne dazu bewegen können, Verantwortung zu übernehmen, schaffen wir einen Präzedenzfall. Sie spüren Selbstwirksamkeit: „Wir sind nicht ohnmächtig gegen 'die da oben' oder das große Geld.“ Ein Erfolg hier ist die Blaupause für zukünftige Forderungen in Ihrem Stadtteil. Heute sorgen wir für Gerechtigkeit im Norden, morgen nutzen wir denselben Hebel für Probleme vor Ihrer Haustür.

Seid ihr politisch neutral?

Absolut, in unserer Initiative engagieren sich Menschen aller Wählergruppen Seite an Seite. Jenseits der isolierenden Echokammern der sozialen Medien, in der sich Meinungen oft unversöhnlich gegenüberstehen, schaffen wir hier wieder echten, analogen Zusammenhalt. Wir laden jeden ein, Teil dieses Brückenschlags zu sein und Demokratie praktisch zu leben.

Warum sammelt ihr Unterschriften auf Papier statt online?

Eine Online-Petition ist rechtlich nur eine „Bitte“, die der Stadtrat ignorieren kann. Wir starten einen Einwohnerantrag (nach § 23 SächsGemO). Das ist ein starkes demokratisches Werkzeug. Wenn 5 % der Dresdner (ca. 25.000 Menschen) unterschreiben, muss der Stadtrat offiziell über das Thema entscheiden. Dafür schreibt das Gesetz zwingend handschriftliche Original-Unterschriften mit voller Anschrift vor. Klicks zählen hier leider nicht.

Warum ist es so wichtig, dass ich selbst Unterschriften sammele?

Indem Sie sich engagieren, unterstützen Sie nicht nur den Bau einer Schwimmhalle und die finanzielle Entlastung der Stadtkasse durch die Industrie. Sie leisten auch einen wertvollen Beitrag für unser Miteinander. Der Unterschriftenbogen bietet uns allen eine willkommene Gelegenheit, im Alltag wieder persönlich ins Gespräch zu kommen. So hilft der direkte Austausch mit Nachbarn und Kollegen dabei, digitale Filterblasen zu überwinden und durch gemeinsame Sacharbeit den Zusammenhalt in unserer Stadt ganz praktisch zu stärken.

Wie kann ich mitmachen?

  • Laden Sie die Unterschriftenliste auf unserer Website herunter.
  • Unterschreiben Sie (Teilnahme ab 16 Jahren).
    Wichtig: Bitte jede Person nur ein einziges Mal unterschreiben!
    Doppelte Einträge erschweren uns die offizielle Auswertung massiv. Nutzen Sie Ihre Energie lieber, um stattdessen Ihren Nachbarn oder einen Bekannten anzusprechen – jede neue Person zählt!
  • Werfen Sie die Liste bis zum 01.06.2026 in den Briefkasten der Initiative (Klotzscher Hauptstraße 12, 01109 Dresden) ein.

Ich arbeite in der Chip-Industrie. Erfährt mein Arbeitgeber von mir?

Nein, absolut nicht. Die Unterschriftenlisten unterliegen strengstem Datenschutz und werden ausschließlich vom städtischen Wahlamt geprüft – kein Unternehmen erhält darin Einsicht. Zudem handelst du nicht gegen, sondern für deinen Arbeitgeber. Du forderst eine Steigerung der Lebensqualität, die den Standort attraktiver macht und deinem Unternehmen hilft, auf faire Weise Steuern zu sparen und Fachkräfte langfristig zu binden.

Warum sind die Texte auf dieser Seite so lang?

Wir glauben nicht, dass sich die Welt in 140 Zeichen erklären lässt. Komplexe Themen wie Steuerrecht und Stadtplanung erfordern Tiefe statt schneller Schlagzeilen. Wir muten Ihnen bewusst längere Texte zu, um der Sache gerecht zu werden – denn für fundierte Argumente und komplexe Lösungsideen braucht es mehr als 140 Zeichen.